Cumartesi , 18 Kasım 2017
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 Sanatçılardan Merkel’e Türkiye çağrısı

Almanya’da aralarında Fatih Akın ve Sibel Kekilli’nin bulunduğu sanatçılar Başbakan Angela Merkel’e hitaben bir çağrı metni hazırladı. Merkel, Davutoğlu ile yapacağı görüşmede hak ihlallerini gündeme getirmeye çağrıldı.

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Berlin’deki Maxim Gorki Tiyatrosu’nun sanat direktörü Shermin Langhoff’un başını çektiği bir grup sanatçı tarafından hazırlanan çağrı metnini şimdiye kadar çok sayıda insan hakları savunucusu, gazeteci ve bilim insanı imzaladı.

Shermin Langhoff
Shermin Langhoff

Sanatçı ve yazarlar, Merkel’den Türkiye ile istişarelerde demokrasi, hukuk devleti ve çoğulculuk konularını gündeme getirmesini istedi.

Çağrı metnini imzalayanlar arasında yönetmen Fatih Akın, oyuncu Sibel Kekilli ve yazar Navid Kermani de yer alıyor.

Almanya – Türkiye Hükümetler Arası Stratejik İstişareler toplantısı yarın ilk kez Berlin’de yapılacak.

Af Örgütü’nün çağrısı

Öte yandan Af Örgütü (Amnesty International) de Alman hükümetine Türkiye’deki hak ihlalleriyle ilgili çağrıda bulundu. Af Örgütü’nün Türkiye uzmanı Marie Lucas, “Alman hükümeti dış ilişkilerini düzenlerken insan haklarına riayet edilmesini sağlamak mecburiyetindedir” dedi.
© Deutsche Welle Türkçe

OFFENER BRIEF VON KÜNSTLER_INNEN, MEDIENSCHAFFENDEN UND WISSENSCHAFTLER_INNEN AN DIE BUNDESKANZLERIN

AUS SOLIDARITÄT MIT UNSEREN KOLLEGEN UND KOLLEGINNEN IN DER TÜRKEI

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

Zeynep Taskin, 17 Jahre alt, trug ihr Baby im Arm, als sie vor dem Haus von Verwandten in Cizre, im Südosten  der Türkei, erschossen wurde – mutmaßlich von türkischen Sicherheitskräften. Esref Erdin, 60 Jahre alt, wurde auf dem Dach seines Hauses von einer Kugel getroffen. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Suphi Sarak, 51 Jahre alt, wurde auf offener Straße durch mehrere Schüsse in den Rücken getötet. Er hinterlässt eine Frau und zehn Kinder.

Taskin, Erdin und Sarak sind drei von vielen Menschen, die in den vergangenen Wochen und Monaten der Gewalteskalation im Südosten der Türkei zum Opfer gefallen sind. Nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen starben bei Auseinandersetzungen zwischen türkischen Sicherheitskräften und Kämpfern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK seit dem vergangenen Herbst 170 Zivilisten. Die türkische Regierung hat nichts dafür unternommen, den Konflikt zu befrieden, im Gegenteil: Sie befeuert ihn.

An diesem Freitag empfangen Sie, Frau Bundeskanzlerin Merkel, den türkischen Premierminister Ahmet Davutoglu zu Regierungskonsultationen in Berlin. Es soll in den Gesprächen um den gemeinsamen Kampf gegen den Terror und um Fragen der Migration gehen.

Wir, die Unterzeichner_innen dieses Briefes, sind uns bewusst, dass eine enge Kooperation zwischen Europa und der Türkei unumgänglich ist. Wir bitten sie jedoch zugleich:

Sprechen Sie am Freitag über Zeynep Taskin, Esref Erdin, Suphi Sarak und all die anderen Opfer der Aggression im Südosten der Türkei.

Sprechen Sie über Meinungsfreiheit. 27 türkische Akademiker_innen wurden vergangene Woche festgenommen, weil sie einen Friedensaufruf unterzeichnet haben, gegen viele andere wurden Disziplinarverfahren eingeleitet. Can Dündar, Chefredakteur der Tageszeitung „Cumhuriyet“ sitzt im Gefängnis, weil er kritisch über die türkische Regierung berichtet hat. Er ist nur einer von vielen Fällen.

Laut Amnesty International wurden syrische Flüchtlinge in der Türkei rechtswidrig inhaftiert und nach Syrien abgeschoben. Sprechen Sie am Freitag auch darüber.

Die Türkei ist als Partner für Deutschland und Europa unerlässlich. Im Kampf gegen Terror ebenso wie bei dem Bemühen, den vielen Millionen geflüchteten Menschen in der Region eine Perspektive zu ermöglichen.

Partnerschaft kann jedoch nicht bedeuten, bei Menschenrechtsverletzungen wegzusehen. Wir appellieren deshalb an Sie, Frau Bundeskanzlerin, sich am Freitag und in den zukünftigen Gesprächen mit der türkischen Regierung für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Pluralismus in der Türkei einzusetzen.

Unterzeichner_innen:

Shermin Langhoff, Intendantin Maxim Gorki Theater

Navid Kermani, Autor

Fatih Akin, Filmregisseur

Prof. Dr. Christina von Braun, Wissenschaflterin

Daniel Richter, Bildender Künstler

Dani Levy, Filmregisseur

Benno Fürmann, Schauspieler

Katja Riemann, Schauspielerin

Christian Petzold, Regisseur

Margarethe von Trotta, Regisseurin, Schauspielerin und Drehbuchautorin

Aysun Bademsoy, Filmregisseurin und Drehbuchautorin

Jasmin Tabatabai, Schauspielerin

Sibel Kekilli, Schauspielerin

Imran Ayata, Autor

Maximilian Popp, Journalist

Prof. Dr. Naika Foroutan, Wissenschaftlerin Humboldt Universität zu Berlin

Prof. em. Dr. phil. habil. Klaus J. Bade, Wissenschaftler

Sibylle Berg, Autorin

Oliver Polak, Komiker und Autor

Moritz Rinke, Autor

Olga Grjasnowa, Autorin

Sasha Marianna Salzmann, Autorin

Kaan Müjdeci, Filmregisseur

Annemie Vanackere, Intendantin HAU  Hebbel Am Ufer

Carl Hegemann, Chefdramaturg Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Matthias Lilienthal, Intendant Münchner Kammerspiele

Thomas Ostermeier, Künstlerische Leitung Schaubühne am Lehniner Platz

Dr. Berndt Schmidt, Intendant Friedrichstadt-Palast Berlin

Kirsten Niehuus, Geschäftsführung Filmförderung, Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH

Amelie Deuflhard, Intendantin Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH

Yvonne Büdenhölzer, Leiterin des Theatertreffens

André Schmitz Staatssekretär für Kultur a.D.

Annika Reich, Autorin

Mark Terkessidis, Wissenschaftler und Autor

Nurkan Erpulat, Theaterregisseur

Sebastian Nübling, Theaterregisseur

Falk Richter, Theaterregisseur

Philipp Ruch, Zentrum für Politische Schönheit

Jens Hillje, Ko-Intendant Maxim Gorki Theater

Ludwig Haugk, Chefdramaturg Maxim Gorki Theater

Esra Kücük, Wissenschaftlerin und Kuratorin

Çağla İlk, Kuratorin

Osman Tok, Kulturmanager

Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok, Wissenschaftlerin

Ines Kappert, Leitung des Gunda-Werner-Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung

Prof. Dr. Sabine Hark, Soziologin, Leiterin des Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der TU Berlin

Christina Clemm, Rechtsanwältin

Prof. Dr. Katharina de la Durantaye, Wissenschaftlerin

Inga Humpe, Musikerin

Prof. Dr. Julia Eckert, Institut für Sozialanthropologie Universität Bern

Karin Sander, Künstlerin

Tina Mendelsohn, Moderatorin Kulturzeit, 3sat

Tanja Dückers, Schriftstellerin und Publizistin

Andrea Hanna Hünniger, Autorin und Journalistin

Prof. Dr. Jutta Brückner, Autorin und Regisseurin

Tobias Zielony, Künstler

Lisa D, Modeschöpferin

Sophie Zeitz, Literaturübersetzerin

Dr. Doris Bachmann-Medick, Kulturwissenschaftlerin, International Graduate Centre for the Study of Culture, Universität Gießen

Marion Detjen, Historikerin, Zentrum für Zeithistorische Forschung

Antje Klinge, Universitätsprofessorin

Mirko Borscht, Regisseur

Ayham Majid Agha, Schauspieler

Cynthia Micas, Schauspielerin

Mikaël Serre, Regisseur

Philomene Magers, Galeristin

Annett Gröschner, Autorin

Miraz Bezar, Regisseur

Sven Johne, Künstler

Aram Tafreshian, Schauspieler

Mareike Beykirch, Schauspielerin

Daniel Cremer, Autor

Thomas Wodianka, Schauspieler

Tim Porath, Schauspieler

Friederike Heller, Regisseurin

Prof. Dr. Holger Noltze, Geschäftsführender Direktor Institut für Musik und Musikwissenschaft TU Dortmund

Tunçay Kulaoğlu, Autor und Dramaturg

Hans-Werner Kroesinger, Theaterregisseur

Helgard Haug, Rimini Protokoll

Stefan Kaegi, Rimini Protokoll

Daniel Wetzel, Rimini Protokoll

Prof. Diemut Schilling, Bildhauerin

Annette Bhagwati, Wissenschaftlerin

Sesede Terziyan, Schauspielerin

Falilou Seck, Schauspieler

Susanne Gretter, Verlagslektorin

Prof. Manuela Bojadzijev, Wissenschaftlerin

Dr. Serhat Karakayali, Wissenschaftler

Prof. Regina Römhild, Wissenschaftlerin

Ruth Reinecke, Schauspielerin

Prof. Dr. Johannes Bilstein, Kunstakademie Düsseldorf

Erdal Ahlatci, Unternehmer

Prof. Danica Dakić, Künstlerin

Osman Okkan, Filmemacher und Journalist

Prof. Dr. Bernhard Lorentz, Freie Universität Berlin

Yael Ronen, Theaterregisseurin

Hakan Savaş Mican, Regisseur

Aleksandar Radenković, Schauspieler

Dimitrij Schaad, Schauspieler

Lobna Allamii, Musikmanagerin

Prof. Dr. Stefan König, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht

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